Katzen-Tage

Gerade war ich noch eine Runde im Garten. Ich überprüfte meine traurigen Gurken und die Tomaten, welche fast an ihrem eigenen Gewicht ersticken. Im Blumenbeet raschelte es verdächtig. Zwischen den verblühten Taglilien tauchte unsere Katze Brownie auf und blinzelte mich freundlich an. Ich nahm sie hoch und kraulte ihr warmes Fell. Sie roch nach Sonne und Staub. Dann reckte sie sich, sprang von meinem Arm und wälzte sich genüsslich auf dem abendwarmen Asphalt. Ich sah sie nachdenklich an, dann ging ich ins Wohnzimmer, klappte den Laptop auf und beschloss es meiner Katze nachzumachen. Vielleicht werde ich mich nicht ins Blumenbeet legen. Aber auf die faule Haut, jawoll! Vielleicht wälze ich mich nicht unbedingt vor Nachbars Haus auf dem Asphalt, aber ich werde die nächsten Wochen alles das tun, was meiner Seele, meinem Körper, meinem Geist gut tut. Vornehmlich lesen, mit den Kiddies spielen, haufenweise Pies backen, schwimmen gehen, in die Natur starren und den Laptop zugeklappt lassen.

Kurz: Ich mache Sommerpause. Auch hier im Blog. Vielleicht check ich zwischendurch mal rein (Internet-Junkie bleibt Internet-Junkie). Aber so richtig zurück bin ich dann erst wieder im September. Bis dahin wünsche ich jedem von euch einen ganz wundervollen August, den ihr hoffentlich katzenmäßig entspannt und genüsslich verbringen könnt!

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IMG_5099_edited-1Wir ertrinken in Brombeeren. Aber ich beklage mich nicht. Ach ja, und Brennesselsamen… Die sollen angeblich Monsterkräfte verleihen. O-Ton Armin: Willst du die rauchen, oder was?

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Die meisten Brombeeren landen in der Gefriertruhe. Und in Pies. Und in Frozen Yoghurt!

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Die schönsten August-Tage sind gemeinsam verbrachte Tage!

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Keeping them kids busy…

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Und mich selbst hält meine Entrümpelungs-Challenge busy. Fundstücke aus meiner Foto-Kiste, die ich NICHT entsorgen werde.

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Bis bald!!!

Lebensbilder

Eigentlich poste ich hier sehr selten über meine Fotografie. Weil ich keinen Foto-Blog, sondern einen Lebens-Blog schreibe. Aber heute kann ich euch die Bilder meines letzten Shootings nicht vorenthalten. Ich hatte eine extrem sympathische Familie aus dem Schwarzwald vor der Linse…und wir haben vor lauter Freude an diesem Sommerabend nicht mal gemerkt, dass wir unsere Zeit mega überzogen hatten.

Die Bilder transportieren etwas von der Quintessenz des Lebens: Geborgenheit, Freude, Schönheit, Zugehörigkeit. Deshalb poste ich sie heute. Vielleicht habt ihr genauso viel Freude an ihnen wie ich?


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Veränderung

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„Die einzige Konstante in meinem Leben ist die Veränderung.“

Das sagte ich vor vielen (gefühlten) Jahrhunderten einem Freund, als wir in einer Prager Kneipe rumhingen, Pils tranken und über unser junges Leben philosophierten. Damals hatte dieser Satz einen erwartungsvollen, ja fast freudetaumelnden Unterton. Ich wollte immer wieder und unbedingt Veränderung. Denn hinter jeder neuen Wegbiegung meines Lebens könnte ja endlich das lauern, nach dem ich immer suchte. Nur wusste ich nicht so genau, wonach ich eigentlich suchte (Gruß an U2 an dieser Stelle: Still haven’t found what I’m looking for!).

Nach einem Mann, auf den ich alle meine Sehnsüchte projizieren könnte? Nach einer neuen Diät, die meinem Körper Modelmaße anhexte? Nach einer Reise, auf der ich Erleuchtung fände?

Alle paar Monate erfand ich mein Leben neu. Ein neuer Job, ein neuer Mann, eine neue Diät, eine neue Reise, ein neues Hobby, neue Schuhe, neue Philosophien. Das war keine ganz leichte Zeit, aber eine die ich niemals missen möchte. In dunkelsten Tälern fand ich einige der schönsten Momente meines Lebens. Irgendwann fügten sich einige Puzzleteile zusammen und auf einmal war ich meines Nomadenlebens überdrüssig. Alles, was vorher in Bewegung und Aufruhr war, kam zur Ruhe. Nach und nach erstarrte ich in meinem neuen Lebensmodell „Mann, Kinder, Familie“. Und ich mag dieses Leben! Unglaublich, aber wahr. Ich möchte mein „Hier und Jetzt“ in ein Weckglas packen, einkochen und damit bis in alle Ewigkeit konservieren. Am liebsten würde ich meinem Leben nichts mehr hinzu addieren und nichts mehr subtrahieren.

Aber ich vergesse, dass diese Rechnung niemals aufgeht. Denn nur Veränderung bringt das Beste und – oh ja!- auch manchmal das Schlimmste in mir zum Vorschein. Veränderung fordert mich heraus, mich wie eine Erwachsene zu verhalten – und nicht wie ein verwöhntes, ängstliches Kind, das sich daumenlutschend hinter dem nächsten Vorhang versteckt. Veränderung fordert meine Eigenverantwortung und meinen Glauben heraus. Ist Gott wirklich ein guter Gott, auch wenn Veränderungen schmerzhafter Natur sind? Kann ich ihm vertrauen, dass er mit hindurch geht? Dass er mir Veränderung zumutet, weil er nicht möchte, dass ich in meinem Wohlfühl-Kokon erstarre?

„Die einzige Konstante in meinem Leben ist die Veränderung.“ Für mich ist es an der Zeit, meine kindischen Ängste und das Festklammern an meinem jetzigen Leben loszulassen. Neue Schritte in neues Land. Was für mich früher ein Spiel, ein Vergnügen war, erfordert heute meinen ganzen Mut. Aber ich will lernen, der Veränderung eine Chance zu geben, auf den Wellen des Lebens zu surfen, statt in ihnen unterzugehen.

Ich habe das Gefühl, immer wenn ich mich in meinem Leben bequem eingerichtet habe, kommt Gott daher und wirbelt alles durcheinander. Typisch. Ich kann mich dagegen stemmen, was ziemlich sinnlos und auch schmerzhaft ist.

Oder ich kann sagen: „Ok Gott, ich hol mein Surfboard raus. Ich habe das Surfen verlernt, aber vielleicht erinnere ich mich wieder daran. Rein ins kalte, salzige Wasser, den rhythmischen Bewegungen der Wellen folgen, lospaddeln und mit großer Entschlossenheit aufs Board springen. Im Magen das euphorische Gefühl spüren, wenn die Welle mich nach vorne trägt. Aber Gott, wenn mich die Wellen böse erwischen, dann musst du mein Rettungsschwimmer sein.“

::“There is nothing, nothing, more sad than a surfer who used to surf.“::
Unknown author

 

 

Kein Löschwasser mehr

Die Sommerferien sind 7 Stunden alt, an der Wand hängt Amelies Liste gegen Ferien-Langeweile (Nähen mit Mama!), die Kinder sind immer noch nicht im Bett und ich hab nach diesem konfliktreichen Tag so wenig Kraft wie selten.

Ich weiß gerade nicht, wie mein Verstand die nächsten sechs Minuten – geschweige denn die nächsten sechs Wochen gesund überstehen soll. Und das macht mich traurig. Denn ich hab bisher immer die Ferien mit den Kids genossen. Den ganzen Tag für uns, ohne Termine!

Aber nun liegen sich meine beiden Liebsten im Minutentakt in den Haaren und ich komme gar nicht mehr hinterher, die vielen großen und kleinen Konflikte zu lösen. Kaum habe ich den einen Brand einigermaßen gelöscht, hat sich an anderer Stelle ein brüllender Flächenbrand entwickelt. Ich habe kein Löschwasser mehr. Mit Mühe und Not kann ich noch ein paar Tropfen rausquetschen, aber sie verzischen wirkungslos im Getöse. Und manchmal gieße ich noch ein bisschen Öl hinterher.

Ich habe keine Ruhe, keine Kraft, mir Strategien auszudenken. Außerdem habe ich auch gar keine Idee, was hinter all den Streitereien steckt. Ich bin nur noch am Reagieren, nicht mehr am Agieren.

Jetzt habe ich meine Jüngste ins Bett gebracht. Und zum ersten Mal haben wir beide an diesem Tag einen friedlichen Moment erlebt. Beim gemeinsamen Singen von „Der Mond ist aufgegangen.“ Da haben wir uns angelächelt und uns hinterher ohne böse Gefühle in den Arm genommen. Wir haben die Flammen mit ein bisschen Musik gelöscht. Aber hier liegt noch eine Menge Asche rum. All die Gefühle der Unzulänglichkeit, Hilflosigkeit, des Versagens. Die werde ich jetzt Stück für Stück aufsammeln und weitermachen.

Denn als Mutter habe ich manchmal nicht viel mehr Aussichten und Hoffnung als den nächsten Morgen. Manchmal ist es als Mutter meine größte Leistung am Morgen aufzustehen und einfach da zu sein. Und manchmal ist das letzte bisschen Löschwasser, das ich habe, meine Worte.

 

 

 

 

 

 

 

10 Dinge

  1. Es ist Montagmorgen, aber meine Gedanken beschäftigen sich noch mit dem Gestern. Ein Fest, ein schönes Sommerfest! Erst eine Wanderung mit Freunden, dann Genießen in unserem Garten bis in die Abendstunden. Inklusive Wasserschlacht.
    „So muss der Sommer sein!“ (Zitat Josefine und Amelie)IMG_9745IMG_9765
  2. Bis zu diesem Sommer mochte ich noch nie Eiskaffee (bis auf eine Sorte aus dem Norden Australiens – aber die liefern nicht nach Waldbach). Dann habe ich Miris Rezept für Cold Brew Coffee entdeckt. Und seitdem? Eiskaffee literweise!!

  3. Ich leide neuerdings unter PMS. Hatte ich noch nie. Holla, die Waldfee, gehen da die Hormone ab! Einen Tag lang darf ich mich wieder wie eine Hochschwangere fühlen: Reizbar, überemotional, extrem liebesbedürftig, schläfrig, monsterhungrig. Ich habe mich einfach abends in Amelies Bett gelegt und sie hat mir eine halbe Stunde lang aus ihrem Polizeibuch vorgelesen. Balsam für meine Seele.

  4. Letzte Woche habe ich eine kleine Pause von meiner Entrümpelungs-Challenge gemacht (ich hatte soviel andere Arbeit!). Aber heute gehts weiter. Es geht dem Spielzeug an den Kragen!

  5. Die Nähmaschine steht wieder draußen (habe ich erwähnt, dass ich dringend mein eigenes Näh- und Schreibzimmer brauche?). Ich repariere die Patchwork-Decken meiner Kinder. Einige Flicken hatten sich verabschiedet und die Decken sahen nur noch oll und ausgefranst aus. Hab neue Flicken ausgeschnitten und per Zickzack-Stich eingesetzt. Voila!
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  6. Man kann nie genug Decken haben, nicht wahr? Und deshalb liebäugele ich damit, einen Log Cabin Quilt zu nähen. Hab mir schon dieses Tutorial gespeichert….und demnächst – vielleicht in den Ferien? – werde ich mich an die Arbeit machen.

  7. Diese Woche will ich wieder Brot backen. Und Gurken einwecken (nach dem Rezept meiner Mutti – denn nur bei Mutti gibts die besten Gewürzgurken!). Die Brombeeren werden auch reif. Das ruft nach einer Marmeladen-Aktion. IMG_9793_edited-1
  8. Unser erstes Schuljahr geht in drei Tagen zu Ende. Es war ein gutes Jahr, in dem ganz neue Stärken und Schwächen zu Tage traten. Von uns allen.

  9. Erziehung ist dieser Tage mehr denn je: Try and Error. Und im Zweifelsfall? Immer Gnade. Und dabei das Atmen nicht vergessen.
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  10. Angst und Misstrauen und Hass wachsen. Jeden Tag mehr. Mit jeder Gewalttat. Ich halte mich aus den sozialen Medien immer öfter raus. Denn dort wird mir übel. Unsere (verwöhnte?) Generation hat wie keine vor uns eine lange Friedenszeit erlebt – eine geschichtliche Ausnahme, ein absoluter Segenszustand, eine Schein-Sicherheit. Oft frage ich mich: Haben wir ein Recht auf diesen Zustand? Unsere Welt war schon immer ein zerbrochener Ort, unterjocht von Gewalt an Mensch und Natur. Wahre Sicherheit gibt es hier nicht – die wird es erst in der kommenden Welt geben.Ich weigere mich hartnäckig, der Angst nachzugeben, mich von Hysterie anstecken zu lassen, verbale Munition abzufeuern, noch mehr Mauern aufzurichten.Dieses Gedicht von Luigi Nono hängt bei uns auf dem Klo (ich hänge alle wichtigen Gedichte im Klo auf, denn dort lese ich sie mehrmals täglich):

    (…)
    Lebendig ist wer das Licht erwartet
    in den Tagen des schwarzen Sturms
    wer die stilleren Lieder
    ohne Geschrei und Schüsse wählt
    sich zum Herbst hinwendet
    und nicht aufhört zu lieben. 

:Wochenende:

Auch wenn es idyllisch aussieht: Viele Wochenend-Momente waren alles andere als das. Die Emotionen kochten haushoch, ich knallte ordentlich mit den Kindern aneinander und spätabends im Bett fühlte ich mich ganz elend als Mutter-Versagerin des Jahres. Gerne hätte ich in mancher Situation anders reagiert…besonnener….liebevoller. Und dann sagte ich mir fest entschlossen: Morgen, morgen – da mach ich ALLES anders!

Nun: ALLES hab ich nicht anders gemacht. Aber doch ein bisschen.

Ruhiger. Überlegter. Wir brauchten dringend friedliche Momente. Hilfreich heute: einen Liter Johanniskraut-Tee, langes Pfannkuchen-Frühstück, Basteln und Sticken. Alles in sonntäglicher, heilender Ruhe.

Ach ja, und dazwischen gab es eine Hochzeit zum Fotografieren. Und Feuerwehr-Fahrten. Ein Zelt im Garten. Blumenpracht zum Niederknien. Chillen im Pfarrgarten. Trommelkonzert. Sommerfest.

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Freude!

IMG_9585IMG_9583_edited-1IMG_9588_edited-1Gestern hat unser Hauskreis mal wieder das Wohnzimmer belagert und total frech alle Toffifee aufgefuttert (Moment, das war vielleicht ich!) Wir sind oft ein ziemlich müder Haufen, weil wir alle in der Lebensmitte stecken, in der so viele Anforderungen an uns zerren: Kinder, pflegebedürftige Eltern, Hausbau, Jobsorgen….

Wir können gut jammern – stopp: das muss ich anders formulieren! Wir sind gut darin, ehrlich mitzuteilen, wie es uns geht. Gott sei Dank gibt es diesen Ort – unser Wohnzimmer – wo wir uns einmal die Woche fallenlassen und weich landen.

Gestern haben wir überraschenderweise mal überhaupt nicht geklagt, sondern nur aufgezählt, was uns gerade Freude bereitet. Das war ein bissl spooky, fast schon  wie auf einem „Wir-sind-alle-so-gut-drauf-Motivationsseminar“.

Aber das Leben ist halt so: Es präsentiert uns nicht ein Geschenk, einen Erfolg, eine Problemlösung, eine Freude fein säuberlich nach einander. Nein, das Leben schüttet jeden Tag ein Wirrwarr an Gefühlen, Problemen, Schönheiten, Nöten, Freuden über uns aus. Gestern haben wir aus diesem chaotischen Lebenshaufen das Schöne rausgefiltert. Hat sehr gut getan!

Heute mach ich gleich weiter und fische ein paar wunderbare Dinge aus dem Alltagswirrwarr-Haufen.

Was mir Freude macht (gemacht hat): 

  • Ein paar spontane Tage Berlin. Friedrichshain, ick liebe dir!….Auch wenn deine Bärte langsam nerven…

  • Schokoladenbrot zum Frühstück.

  • Wäschewaschen mit Waschnüssen. Es ist so schön, die Chemie aus unserem Haushalt immer weiter zu verdrängen.

  • Meine Entrümpelungs-Challenge. Regale und Schränke atmen wieder Luft! Heute waren Bücher dran.

  • Die totale Überproduktion unserer wilden Brombeerhecken im Garten.

  • Herbstwetter im Hochsommer.

  • Tiefer, guter Schlaf. Die beste Medizin gegen Trübsal, Antriebslosigkeit und Denkfaulheit.

  • Sonnenstrahlen am Morgen auf dem Balkon.

  • Zucchini, Sommerflieder, Tomaten, Kräuter – der Garten wuchert.

  • Frische Buntstifte und die Geschichtenschreib-Lust meiner Tochter. Jeden Morgen finde ich neue Blätter vollgekritzelt mit wilden Abenteuern.

  • Wenn meine andere Tochter im Prinzessinnen-Kleid und in Gummstiefeln in den Kindergarten geht.

 

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